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Gebundene Vorsorge Säule 3a

Die gebundene Vorsorge (Säule 3a) ist eine Vorsorgeform, die auf dem verfassungsmässigen 3-Säulen-Prinzip basiert. Gestützt wird die Säule 3a durch die Steuer- und Eigentumspolitik des Bundes.



Die Säule 3a ist in der Verordnung über die steuerliche Abzugsberechtigung für Beiträge an anerkannte Vorsorgeformen (BVV 3) eingehend geregelt und ist am 1. Januar 1986 in Kraft getreten.
Im Wesentlichen ist sie durch ihre steuerliche Privilegierung geprägt, welche darin besteht, dass die Beiträge (Einzahlung) an die anerkannten Vorsorgeformen steuerabzugsfähig sind. Die Vorsorgeleistungen (Auszahlung) werden analog jener der 2. Säule privilegiert besteuert.
Über das Kapital der Säule 3a kann nicht jederzeit verfügt werden, da es für die Finanzierung im Alter vorgesehen ist. Die Ausnahmen dazu finden Sie weiter unten in den Fragen und Antworten unter dem Punkt «Ist ein vorzeitiger Bezug des Vorsorgekapitals möglich?».

Fragen und Antworten

Wer darf die Säule 3a nutzen?

Grundsätzlich kann jede Person die Säule 3a nutzen, die in der Schweiz ein AHV-pflichtiges Erwerbseinkommen erzielt. Zusätzlich steht sie allen offen, die Taggelder der Arbeitslosenversicherung beziehen. Die Säule 3a ist fakultativ und zeichnet sich durch eine steuerliche Bevorteilung aus. Beiträge können, im Rahmen der Limiten (maximale Einzahlung), vom übrigen steuerbaren Einkommen abgezogen werden.

Nicht berechtigt sind Personen ohne Erwerbseinkommen und solche, die im Betrieb des Ehepartners bzw. des eingetragenen Partners arbeiten.

Wie viele 3a-Konti oder -Wertschriftendepots darf und sollte man besitzen?

Die Eidgenössische Steuerverwaltung beschränkt die Anzahl der Säule-3a-Beziehungen bei Banken (Bankstiftungen) oder auch Versicherungen nicht. Allerdings gilt der maximale Einzahlungsbetrag für die Gesamtheit der Beziehungen und nicht für jede einzelne. Das heisst, wenn eine Person zum Beispiel ein Vorsorgekonto, eine Wertschriftenvorsorge und eine Vorsorgepolice bedient, dann liegt der maximale Gesamteinzahlungsbetrag bei CHF 6’883.00 (Jahr 2021, mit Anschluss an eine Pensionskasse) bzw. bei CHF 34’416.00 (Jahr 2021, ohne Anschluss an eine Pensionskasse).

Es ist sehr sinnvoll, mehrere Säule-3a-Vorsorgebeziehungen zu führen. Dafür gibt es hauptsächlich drei Gründe:

  • Steuerersparnis bei gestaffelter Auflösung der gebundenen 3. Säule
  • Schutz der Vorsorgeguthaben bei Konkurs der Bank (Einlegerschutz)
  • Flexibilität bei vorzeitigem Bezug der Säule-3a-Guthaben

Kapitalleistungen der gebundenen 3. Säule werden progressiv besteuert. Eine dank mehrerer Vorsorgebeziehungen gestaffelte Auflösung führt so zu einer Steuerersparnis (je nach Kanton).

Inhaber von Säule-3a-Vorsorgeersparnissen sind im Fall eines Bankkonkurses gesetzlich durch einen erweiterten Einlegerschutz abgesichert (für Kontoguthaben), wobei pro Bank ein Maximalbetrag von CHF 100’000.00 gilt. Wertschriften werden ausgesondert und sind von einem Bankkonkurs nicht betroffen.

Säule-3a-Guthaben dürfen für bestimmte gesetzlich geregelte Bedürfnisse frühzeitig vor der Pensionierung bezogen werden. In den meistens Fällen gilt, dass das gesamte Geld einer Vorsorgebeziehung entnommen werden muss, wodurch der komplette Betrag besteuert wird.

Wie viel kann man maximal pro Jahr in die Säule 3a einzahlen?

Die Maximalbeträge der Säule 3a (der Gesetzgeber spricht von maximalen Beiträgen), die jährlich eingezahlt werden dürfen, sind von der steuerlichen Abzugsfähigkeit geprägt. Das heisst, dass die Einzahlungen in die Säule 3a das zu versteuernde Einkommen reduzieren, wodurch Steuern gespart werden können.

Die gebundene Säule 3a kann allerdings nur von Personen abgeschlossen werden, die ein AHV/IV-pflichtiges Erwerbs- oder Erwerbsersatzeinkommen haben.

Es wird zwischen der kleinen Säule 3a und der grossen Säule 3a unterschieden. Für das Jahr 2021 gelten die folgenden maximalen Beträge für Einzahlungen:
 

Angestellte und Selbstständige, die einer Pensionskasse angeschlossen sind: AHV-pflichtige Personen ohne Anschluss an eine Pensionskasse; 20% des Nettoerwerbseinkommens, maximal:
2021: CHF 6’883.00 2021: CHF 34’416.00

Kann man versäumte Jahre nachzahlen?

Nein.

Der Gesetzgeber hat diesen Fall eindeutig geklärt: Rückwirkende Einzahlungen (Nachzahlung) in die gebundene 3. Säule sind nicht erlaubt – weder vollständig noch in Teilbeträgen des Maximalbetrags.

Einzahlungen in die Säule 3a – und damit steuerliche Abzüge – sind immer nur für die laufende Steuerperiode erlaubt. Diese beginnt bei unselbstständigen Personen jeweils am 1. Januar und endet am 31. Dezember des gleichen Jahres.

Wann darf das Vorsorgekapital ordentlich bezogen werden?

Die gebundenen Vorsorgeguthaben dürfen frühestens fünf Jahre vor Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters (Stand 2021: 59 Jahre bei Frauen bzw. 60 Jahre bei Männern) bezogen werden.
 
Spätestens bei Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters (Stand 2021: 64 Jahre bei Frauen bzw. 65 Jahre bei Männern), also der ordentlichen Pensionierung, werden sie jedoch endgültig fällig und müssen vom Vorsorgeträger (Bank, Versicherung) an die Vorsorgenehmerin bzw. den Vorsorgenehmer ausgezahlt werden.
 
Allerdings hat der Bundesrat beschlossen, dass ab dem 1. Januar 2008 die Säule 3a für weiterhin Erwerbstätige auch nach Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters weitergeführt werden kann.
 
Personen, welche ihre Erwerbstätigkeit weiterführen, können den Bezug der Säule 3a bis zur Aufgabe der Erwerbstätigkeit während maximal 5 Jahren bis zum Alter von 69 bzw. 70 Jahren (Stand 2021) aufschieben.
 
Damit soll vermieden werden, dass Personen bei Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters die Säule 3a beziehen müssen. Entsprechend sollen Personen, die über das ordentliche AHV-Rentenalter hinaus erwerbstätig sind, auch über dieses Alter hinaus in der Säule 3a steuerbegünstigt vorsorgen können.
 
Das heisst, die Steuerabzugsfähigkeit ist bis zum definierten Endalter weiterhin gegeben.

Ist ein vorzeitiger Bezug des Vorsorgekapitals möglich?

Aufgrund der steuerlichen Privilegierung gibt es gesetzlich limitierte Bezugsmöglichkeiten. Die Verordnung BVV 3 unterscheidet zwischen dem vorzeitigen und dem ordentlichen Bezug.
 
Ist die vorbeziehende Person verheiratet oder lebt sie in einer eingetragenen Partnerschaft, so ist der Vorbezug nur zulässig, wenn die Ehegattin, der Ehegatte, die eingetragene Partnerin oder der eingetragene Partner schriftlich zustimmt.
 
Wird die Zustimmung verweigert (zum Beispiel bei Scheidungsstreitigkeiten), so kann die vorbeziehende Person das Gericht befragen.
 
Folgende Ausnahmen rechtfertigen den Vorbezug der gebundenen Vorsorge:

  • Finanzierung von selbstbewohntem Wohneigentum
  • Verpfändung für selbstbewohntes Wohneigentum (Anmerkung: kein Vorbezug in diesem Sinne)
  • Rückzahlung von bestehenden Hypotheken
  • Renovation von selbstbewohntem Wohneigentum
  • Einkauf in die eigene Pensionskasse (berufliche Vorsorge)
  • Aufnahme einer selbstständigen Erwerbstätigkeit oder Wechsel der bisherigen selbstständigen Erwerbstätigkeit
  • Verlassen der Schweiz (Auswanderung)
  • Bezug einer Invalidenrente der eidgenössischen Invalidenversicherung und keine Absicherung des Invaliditätsrisikos durch eine Zusatzversicherung
 
Der Vorbezug der Säule-3a-Vorsorgeguthaben bedingt die sofortige Besteuerung des entsprechenden Betrags.
 
Eine Auszahlung der Säule-3a-Guthaben im Rahmen der Wohneigentumsförderung (WEF; Kauf, Amortisation Hypothek und Renovation) darf nach Gesetz alle fünf Jahre geltend gemacht werden. Bei Ehepartnerinnen bzw. Ehepartnern oder eingetragenen Partnerinnen bzw. Partnern gilt die Regel für jede Partei einzeln, da sie unabhängig voneinander Anrecht auf ihr Kapital haben. Details dazu finden Sie auf den entsprechenden Unterseiten. Im Fall der anderen erlaubten Vorbezüge sieht das Gesetz dahin gehend keine Beschränkung vor.
 
Die gebundenen Vorsorgeguthaben dürfen aus gesetzlicher Sicht ab 5 Jahren vor Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters (Stand 2021: 59 Jahre bei Frauen bzw. 60 Jahre bei Männern) bezogen werden. Das heisst, ab Erreichen dieses Alters entfällt die Gebundenheit des Säule-3a-Kapitals, und das Geld kann voraussetzungslos bezogen werden. Es handelt sich dabei um den ordentlichen Bezug.

Was muss man aus steuerlichen Gründen beachten?

  • Neben dem jährlichen Beitrag (Einzahlung) sind auch die Kapitalzuwächse (Zins oder Wertsteigerung bei Wertschriftenlösungen) steuerfrei. Gewinne müssen aber beim Bezug versteuert werden.
  • Eine Kapitalauszahlung (Vorbezug oder ordentliche Auszahlung) wird getrennt vom übrigen Einkommen besteuert.
  • Steuerlich sinnvoll ist es, mehrere gebundene Säule-3a-Beziehungen zu eröffnen. Diese können ab fünf Jahren vor Erreichen des ordentlichen AHV-Rentenalters gestaffelt aufgelöst werden.
  • Die allfällige Auszahlung des Pensionskassenguthabens sollte nicht im gleichen Jahr wie die Auszahlung der Säule 3a geschehen.

Wie ist die Begünstigung und Erbfolge geregelt?

Stirbt die Inhaberin bzw. der Inhaber der gebundenen Säule 3a, so ist das Kapital nach einer gesetzlich vorgegebenen Regelung, der sogenannten Begünstigung bzw. Begünstigtenordnung, vom Vorsorgeträger (Bank) an den bzw. die Begünstigten auszuzahlen. Hierfür massgebend ist die Verordnung BVV 3.
 
Damit im Todesfall auch tatsächlich Klarheit herrscht, kann über ePlix bereits zu Lebzeiten die Begünstigtenordnung und damit die Erbfolge festgelegt werden.

Aktuelle Informationen rund um das Thema Vorsorge

Weitere hilfreiche Informationen rund um die berufliche und private Vorsorge finden Sie in unserem Blog.
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